Sistrix hat in seinem Beitrag Über die Entstehung von SEO-Gerüchten, abermals auf einen wirklich eigenwilligen Artikel der c´t über Suchmaschinenoptimierung und Suchmaschinenmarketing hingewiesen.
Ich persönlich habe die c´t abboniert und lese sie eigentlich auch sehr gerne. Vor allem aber bringt die c´t in der Regel gut recherchierte Artikel, dachte ich zumindest. Was hier aber zum Thema SEO zu lesen war, war schon eher randständig.
Ok, wenn man nur drei Seiten für ein komplexes Thema hat, wird gnadenlos vereinfacht. Leider führt dieses dann aber zu teilweise falschen Darstellungen. Richtig schlecht wurde mir aber bei der ständigen Lobhudelei auf Agenturen und dem dauernden „ohne Agentur geht es nicht”. Sorry, soll hier eine Branche gestützt werden? Geht es SEOs so schlecht? Den mir bekannten eigentlich nicht, also warum dann solche Sätze:
„Auf Dauer ist für ambitionierte Unternehmen der Gang zum Spezialisten Unverzichtbar”
Wie schräg ist denn das? Gerade Unternehmen, die hier ein klares Ziel verfolgen, sollten eine Strategie aufbauen, wie sie das Thema insourcen können. SEO ist ein Querschnittsthema, betrifft Technik, Design, Usability, Marketing, Redaktion etc. Wer hier dauerhaft erfolgreich sein will, muss sich tief in den internen Prozessen verankern und eine Menge Überzeugungsarbeit leisten. Externe Agenturen sind hier dauerhaft zu teuer und ihnen fehlt das Wissen über interne Prozesse und leider auch oft die Akzeptanz.
Und ob Google H1 oder H2 höher gewichtet ist auch relativ egal. SEO auf Konzernebene heißt erst mal bessere Websites bauen, Nutzerführungen und Menüstrukturen vom Kopf auf die Füße stellen und ein Wording einführen welches der Kunden am Ende vom Tag auch versteht. Es geht hierbei nicht um Tricks sondern vielmehr darum den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen.
Ähnlich wie das Thema Usability vor einigen Jahren angetreten ist, sich als fundamentale Anforderung an Websites in alle Phasen der Webentwicklung zu integrieren, wird in Zukunft das Thema der Findability ebenfalls seinen festen Platz in der Webentwicklung einnehmen. Und hier entscheiden die Größe und die interne Organisation ob eine interne oder externe Lösung besser ist. Wenn die Webentwicklung an sich schon extern liegt, macht ein rein internes SEO wenig Sinn. Sind aber alle Prozesse und Stakholder intern, dann sollte auch SEO inhouse erfolgen.
Wie immer gilt natürlich auch bei internen Lösungen, dass spezielle Themen immer mal wieder extern vergeben werden können. Hier sind dann aber meist Spezialisten gefragt, die oft alleine arbeiten und deswegen in Agenturen kaum zu finden sind. Der persönliche Kontakt ist hier einfach sehr wichtig um die Qualität vorab einschätzen zu können. Leider hilft hier kein BVDW-Zertifikat etc. weiter. Ich konnte zumindest noch keine Korrelation zwischen BVDW-Zertifikat und guter SEO-Arbeit feststellen. Bitte nicht missverstehen, ich kenne gute SEOs mit BVDW-Zertifikat aber eben auch ohne dieses. Und leider kenne ich auch schlechte SEOs mit diesem Zertifikat…
Bleibt die Frage, was dieser Artikel sollte. Wer sich noch nie mit SEO beschäftigt hat erhält hier keine verständlichen Informationen und fühlt sich bestenfalls hilflos. Wer sich allerdings mit dem Thema beschäftigt, wird bestenfalls vor sich hin grinsen. Deswegen, liebe c´t, prüft doch bitte zukünftig ab wen sich ein Artikel richten soll und ob der Rezipient dann mit dem Artikel etwas anfangen kann.
Und wer wirklich keine Ahnung aber Interesse am Thema hat, hier ein Zitat von Sumo aus dem Artikel:
Das Kölner SEO-Unternehmen hat festgestellt, dass ein umfassendes Redesing der Seiten notwendig war um langfristigen Erfolg bei den Suchmaschinen zu haben.
Dieser Satz beschreibt wahrscheinlich die Situatiuon, der sich jeder gegenübersteht, der nachhaltig SEO betreiben will. SEO greift immer massiv in die internen Prozesse ein und selbst wenn man hier outsourct muss man Mitarbeiten. Jede Agentur, die Ihnen erzählt, dass sie SEO für Sie betreiben kann, ohne dass Sie Ihre Seite ändern, verkauft nur ineffiziente SEO-Pflaster, um das eigene Gewissen zu beruhigen.
Ach ja, der Besagte Artikel findet sich in der c´t Asgabe 3 2008, Seite 88 bis 90
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