Der Artikel Deutschland auf dem Weg ins Web 3.0 bringt mich auf die Idee, dieses Thema auch mal hier im Inhouse-SEO Blog zu besprechen. Sicherlich, kein echtes SEO-Thema, aber immerhin geht es um die zukünftige Art zu suchen…
Schon während meines Studiums habe ich mich mit Ontologien und semantischen Suchen auseinandersetzen müssen, bin also auf diesem Gebiet nicht ganz unbeleckt. Leider aber scheinen sich hierzulande Begriffe wir Web 3.0 und semantische Internetsuche festzufressen.
Aber um was geht es? Google & Co. werden ja gerne als dumme Suchmaschinen hingestellt, die leider nur Worte, aber keine Zusammenhänge erkennen. Semantik soll hier bessere Ergebnisse liefern. Meiner Meinung nach werden hier aber bereits zentrale Erkenntnisse Missachtet:
- Wenn Websitebetreiber ihre Inhalte semantisch erfassen und eine Suchmaschine diese Auswerten soll, haben die Websitebetreiber Kontrolle darüber wie ihre Inhalte erfasst werden. Das hatten wir ja bereits mit den Meta-Keywords. OK, für uns SEOs wäre das Leben sicher wieder einfacher. Ich zweifle aber doch ernsthaft, dass jemand eine Spam-Suche benötigt.
- Warum sollten wir Antwortmaschinen benötigen? Wie hoch ist der Anteil konkreter Fragen in den Suchlogs? Oft nutzen wir Suchmaschinen um zu navigieren oder aber um Entscheidungen vorzubereiten. Da benötige ich keine Antwort, sondern Informationen. Die Antwort erarbeite ich mir dann doch lieber selbst. Und für Faktenfragen haben wir ja Wikipedia etc.
- Google & Co versuchen über Personalisierung etc. mehr Informationen über den Nutzer zu erhalten. Das Einfache erkennen von Homonymen hilft leider nicht weiter, wenn die Suchmaschine keine Informationen über die Präferenzen des Nutzers hat. Was will der Suchende denn jetzt, wenn er nach Golf sucht?
- Die automatische Abbildung von Synonymen bringt auch erst mal nur mehr Treffer, keine besseren Treffer. Und ich persönlich habe in der Regel einfach zu viele Treffer, nicht zu wenige.
- Überhaupt werden die bei den großen Suchmaschinen schon gesammelten Daten nicht betrachtet. Meiner Meinung nach stellen aber gerade diese einen größeren Wert als der Index dar. Wer weiß denn schon, was wir alle wann suchen und was wir dann gerne klicken? Dieser Wissensvorsprung kann kaum kompensiert werden.
Alles in allem scheinen die Ansätze des Web 3.0 leider recht unpraktikabel.
Google vertraut grundsätzlich den Websitebetreibern nicht. PageRank, TrustRank, Wertung der Linktexte etc. sind alles Methoden um ein neutrales Ranking unabhängig von den zu rankenden Websites zu ermöglichen. Hier gehen die Ideen von Theseus aber genau in die andere Richtung.
Ich bin persönlich ja ein Freund guter Inhaltserschließung, da mir diese wirklich erst komplexere Anwendungen ermöglicht. Ich traue aber auch nur den Daten, auf die ich im Notfall den Durchgriff habe. Für die Websuche, sowie alle offenen Systeme, müssen, meiner Meinung nach, andere Wege gefunden oder aber die Möglichkeiten zur Sanktionierung von Fehlverhalten wesentlich ausgebaut werden. Und wer stellt dann ein Fehlverhalten fest?
Wie ist Eure Meinung zum Thema?
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Nun, wikia search war ja schon mal nix. Und die versammelte deutsche Kompetenz hat leider nicht mal Google verstanden.
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