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Inhouse-SEO Trends 2009

11. Januar 2009Kategorie Inhouse-SEO


Nachdem ja so einige Ihre Kristallkugel ausgepackt haben, will ich mich mal mit den SEO-Trends in 2009 für uns Inhouse-SEOs beschäftigen:

SEO bekommt noch mehr Management-Attention

SEO wird weiter an Relevanz gewinnen. Vor allem, da sich das Management in Zeiten knapper Kassen gerne einem Thema zuwendet, welches kostenlosen Traffic zu bringen scheint.

Leider wird dabei aber vergessen, das SEO bei weitem nicht kostenlos ist, und vor allem tief in die Strukturen eingreift. SEO ist halt keine Marketingdisziplin im klassischen Sinn sondern beschäftigt sich sehr stark mit Themen wie Informationsarchitektur, Usability und technischen Rahmenbedingungen. Und so treffen dann SEOs auf interne Strukturen die nicht auf die Anforderungen vorbereitet sind. Und so wird sich wohl auch langsam die Erkenntnis durchsetzen, dass SEO durchaus Kosten verursacht, und damit kommen wir direkt zum nächsten Thema.

SEO wird langsam in Prozesse einfließen

Usability ist ein Thema, das sich lange schwer getan hat. Allerdings ist Usability mittlerweile etabliert und in vielen Firmen fest in die Prozesslandschaft integriert. Ich denke, dass auch SEO ein Thema wird, welche sich direkt in die Prozesse zur Erstellung und Betrieb von Websites integrieren wird.

Ebenso ist es wichtig, SEO in die Marketingplanung zu integrieren. Auch hier werden wir wohl langsame Fortschritte in 2009 sehen. Themen wie shared and assisted Conversions zeigen, wohin die Reise geht. Wobei schon die Abstimmung von großen Offlinekampagnen, die ja oft massiv Suchanfragen induzieren, extreme Erfolge erzielen kann.

SEO wird sich weiteres professionalisieren

Damit geht für mich auch einher, dass es mehr Spezialisten geben wird. Ich denke, wir werden den erfahrenen Allround-SEO immer mehr auf einer strategischen Ebene sehen, der dann Spezialisten für Themen wie Keywordanalyse, Contentoptimierung, Informationsarchitektur, Linkbuilding, SMO, Reporting etc. steuert. Ob und wie die Organisationsstruktur dann genau aussieht, hängt natürlich von der jeweiligen Struktur im Haus aus.

SEO muss transparenter werden

Wir haben in 2008 die ersten Schritte zu wirklich professionellen Reportingtools gesehen. Leider aber auch nur erste Schritte. Tools wie die Sistrix Toolbox oder die Searchmetrics Suit gehen hier in die richtige Richtung. Dennoch sind sie noch nicht auf dem Niveau, dass sie für Managementreports geeignet sind. Grundsätzlich werden wir hier wohl mittelfristig die Integration solcher Tools in etablierte Web-Analytics-Suiten sehen.

Dauerhaft sind viele Personen mit SEO beschäftigt und jedes zusätzliche Reportingtool führt hier eher zu Frust. In 2009 werden wir hier aber wohl noch keine integrierte Lösung sehen, so weit sind die bisherigen Lösungen einfach noch nicht Standardisiert.

Um Erfolge nachweisen zu können, wird es aber immer wichtiger werden, sich nicht mehr mit Rankings zu beschäftigen, sondern die Werthaltigkeit von Positionen zu bewerten. Nur so können die knappen Ressourcen richtig gesteuert und ein monetärer Erfolg sichergestellt werden.

Und auch für Agenturen wird es wichtiger werden die richtigen KPIs zu reporten um dauerhaft glaubwürdig zu sein.

Google bekommt hoffentlich die russischen Links in den Griff.

Wie viele deutsche Seiten werden denn berechtigterweise aus Russland angelinkt? Sicher, viele Firmen haben echte Partner in Russland und deswegen auch echte Links. Aber die Seiten werden auch ohne diese Links zu ihren Brand gefunden werden.

Warum Google also diese Links gewichtet ist mir ein echtes Rätsel. Ich kann es einfach nicht nachvollziehen. Und es ist auch kein SEO!

SEO bedeutet immer zu versuchen die verdammt beste Seite zum Thema zu haben. Nur dann kann ich Nutzer binden und nachhaltig erfolgreich sein. Alles andere ist für Firmen einfach nur dämlich.

Und jeder, der seine Seite nicht ändern will, missachtet den größten Vorteil den SEO bringt. SEO beginnt mit der Keywordanalyse und bestimmt so das Nachfrageverhalten der Nutzer. Wenn man jetzt seine Website am Sprachgebrauch der Nutzer ausrichtet, ist man im wahrsten Sinn des Wortes nachfrageorientiert. Die Website ist verständlicher und der Nutzer wird sich besser zurechtfinden.

Und wer anhand der definierten Keywords auf die Suche nach Linkpartnern geht, wird Seiten finden die komplementär zum eigenen Angebot sind. Hier hat eine Verlinkung vor Kunde Sinn und dann ist es auch ein guter Link für Google. Fertig mit der Diskussion.

Wer aber seine Seite nicht nutzerorientiert gestalten will und lieber wahllos Links kauft, sollte uns einfach von seiner Website erlösen. Und wer solche Links als Dienstleistung verkauft ist kein SEO sondern einfach nur ein Linkverkäufer.

Und bevor ich jetzt total missverstanden werden, eine kleine Einschränkung: Wer als Affiliate-SEO so sein Geld verdient, gut so. Lücken bei Google ausnutzen ist hier Teil des Geschäfts und auch angebracht, so denn man die Möglichkeit hat. Und seine Eigenen Domains kann man auch mal verbrennen, wenn man vorher genug Geld damit gemacht hat.

Weiterhin Nachwuchsprobleme

Agenturen mit einem hohen Qualitätsanspruch (die gibt es und ich entdecke auch immer mal wieder eine Neue) werden es ebenso schwer haben wie wir Inhouse-SEOs wirklich gute Mitarbeiter zu finden. Und meine persönlichen Anforderungen sind wirklich sehr hoch, wie man an meinem Posting Mit Studium zum Inhouse-SEO sehen kann. Große Websites sind aber halt mal kein Blog und lassen sich nicht mit einem Plugin und drei externen Links von Freunden oder 300 aus Russland optimieren.

Ich habe meine eigene Lösung für das Problem ja gefunden und auch der Ansatz der Scout24 mit ihrem Trainee-Programm ist hier sicher zielführend.

Ich denke, wir werden hier noch mehr interne Programme sehen. Ich hoffe sehr, dass die informationswissenschaftlichen Studiengänge das Thema noch stärker entdecken. Leider aber ist der deutsche Dachverband (DGI) da etwas eingeschlafen und hat nicht gemerkt, auf was für einem Thema er da eigentlich sitzt. So ist von hier kaum Besserung zu erwarten.

Und als letztes, wird SEO langweilig?

Natürlich nicht! Gerade Inhouse-SEO ist erst am Anfang und noch weit weg von einer Standardisierung. Hier sind noch viele Fragen offen, was schon bei einheitlichen KPIs beginnt. Das Thema ist noch immer jung und bei weitem noch nicht ausformuliert. Und als Schnittstellenthema muss es auch erst noch richtig verankert werden. Immerhin sind wir weder Technik noch Marketing sondern irgendwie in der Mitte. Und in der Mitte lebt es sich immer auch spannend.

Weitere Vorhersagen für 2009:

Sistrix: 2009 – was erwartet uns?

SEOnaut: Wie Googles Marissa Mayer das Jahr 2009 sieht

Marcus (Linkvendor): Ausblick SEO 2009

Mediadonis: Various ramblings

Und wie seht Ihr 2009?

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Mehr zum Thema bei Inhouse-SEO:

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12 Kommentare zu “Inhouse-SEO Trends 2009”

  1. Jürgen (1 comments.) Says:

    Klasse Posting.
    Inebesondere zum Thema “Links auf Rußland” gebe ich Dir völlig Recht. Ich hoffe, dass Google dieses Problem bald anpackt und entsprechend im Ranking downgraded.

    Die Nachwuchssorgen sehe ich nicht als so gravierend an, da SEO immer deutlicher in den Fokus rückt und dadurch junge Menschen frühzeitig mit diesem Thema in Kontakt kommen.


  2. Torsten (1 comments.) Says:

    Ja, mit den Links aus Rußland und Co ist das so eine Sache. Ich hab gestern einen potentiellen Kunden verloren, weil ich ihm nicht pro Monat 500 Links beschaffen wollte, für ne sechs Monate alte Seite wohlgemerkt.

    Da nimmt er halt lieber weiterhin die russischen Links dieser SEO-Agentur mit der Lin(i)e und wird dann in paar Monaten rumjammern, wenn er richtig eines von Google auf die Nase bekommt.

    Wenn Google da mal richtig zwischengeht, und ich glaub das machen die auch bald, dann dürfte bei einigen das große Fracksausen losgehen und einige Agenturen ganz schön in Erklärungsnot kommen.


  3. Daily News 11.01. | Chaim Says:

    [...] Inhouse SEO-Trends von Jens, Artikel von sistrix (kennt wahrscheinlich inzwischen schon jeder aber ich verlink trotzdem mal ) [...]


  4. Radicke (2 comments.) Says:

    SEO langweilig? Hatte ich auch zwischendurch mal gedacht, aber man staunt doch immer wieder, wieviele schlecht gebaute Websites man täglich findet (die eigentlich sehr guten Content haben)….

    SEO wird erst langweilig, wenn Google es schafft, den wirklich wertvollen Content von selber nach vorne zu sortieren und nicht den schlechten Content mit den besten Russenlinks…


  5. admin (84 comments.) Says:

    Freut mich, dass der Post gefällt.
    @Jürgen hat natürlich recht, dass es mehr Nachwuchs geben wird. Aber dieser muss erst mal ausgebildet sein und dafür benötigt man halt auch entsprechende Angebote und Zeit. In 2009 sehe ich deswegen erst mal weiter eine Bedarfslücke.
    @Torsten: Der Kunde hat es dann aber auch nicht besser verdient, wenn er dann plötzlich seine Rankings verliert. Und er wäre sicher auch einer von den Kunden, die ihre Seiten nicht anfassen wollen. Frei nach dem Motte “Scheiß doch auf Usability und Kundenorientierung, ich will nicht nachdenken. Stört nur beim arbeiten…”
    @Radicke: Nun, das mit den schlechten Seiten liegt in Deutschland meist daran, dass die falschen Leute über die Seiten entscheiden. Wer Shops mit Intershop baut sollte einfach ein Schild raushängen: Will keine Kunden, nerven nur! Und wer lieber n=12 Usabilitytests macht anstatt eine ordentliche Webanalytics aufzusetzen und zu lernen wird einfach keine guten Seiten bauen. Wir sind ein Land voller Experten. Im Web sind aber die einzigen Experten die Nutzer und ich bin kleine, bescheiden und beobachte und lerne täglich dazu. Egal was für ein Titel ich habe und egal wie dämlich ich persönlich das Verhalten der Masse finde. Websites haben keinen edukativen Auftrag, dass wird leider gerne vergessen. Und nichts gegen Usabilitytests, aber sie sind eben nur der Anfang und nicht das Ende.
    Aber das Russenlink-Problem von Google ist einfach dämlich und mit keiner Ausrede zu entschulden. Immerhin haben wir das Problem schon einige Monate.


  6. SEO 2009 | SEOwoman Says:

    [...] hat ebenfalls einen Blick in die Glaskugel geworfen und darin interessante Anregungen für SEO-Trends in 2009 [...]


  7. Google-Penalty durch Russen- und Polenlinks? « Abstrafung,Agenturen,Backlink,Linkbildung,Links,Penalty,Polen,Russen « SEO Scene Says:

    [...] man zum einen das Risiko eingehen will, früher oder später abgestraft zu werden“, Jens bittet darum, „Google bekommt hoffentlich die russischen Links in den Griff“ und Jochen macht [...]


  8. SEO 2009 - Ausblick und Prognosen für die Branche | seo4life.de Says:

    [...] Weiterhin Nachwuchsprobleme -> http://www.inhouse-seo.de/inhouse-seo/inhouse-seo-trends-2009/ [...]


  9. Russenlinks - kurze Übersicht Says:

    [...] Backlinks weniger Power vererben. Einige SEOs haben das bereits auf ihrer Wunschliste (zum Beispiel Inhouse SEO) und auch bei Matt Cutts (via Uwe Tippmann und goatix) findet man es (weit unten) auf der Agenda [...]


  10. Laufkran (1 comments.) Says:

    Eine sehr interessante Diskussion hier. Ich bin zum ersten Mal auf diesem Blog und habe ihn gleich abbonniert. Ich selbst bin gerade auf der Suche nach weitergehenden Informationen über SEO, bzw. einen langfristigen Weg, sich auf dem Gebiet weiter zu bilden. Im Netz ist ein Haufen Zeug über SEO, aber das meisten scheint mir Grundlagen-Wissen zu sein, das ich schon habe. Deswegen bin ich mal gespannt, was es hier alles zu lesen gibt.:-)


  11. Benjamin Wingerter (2 comments.) Says:

    Ist gar nicht so schlimm geworden, mit den russischen Links, oder?

    Ein SEO-Qualitätsproblem ist doch auch damit zu lösen, dass man Learning by Doing einführt. Eine regelrechte Ausbildung über 3 bis 6 Monate mit dem Ziel ein eigenes Projekt aufzuziehen bringt’s voll. Das Projekt soll dem Anwärter Spaß machen und am Herzen liegen. Denn nur so steckt er seinen ganzen Ehrgeiz rein. Und wenn nicht, dann ist er bei Muss-Arbeiten überhaupt nicht zu gebrauchen.
    Sucht Ihr eigentlich noch eine Portion Ehrgeiz? ;)


  12. admin (84 comments.) Says:

    Hi Benjamin,

    so laufen ja unsere Projekte an der Hochschule, nur dass es noch eine sehr große Portion Theorie dazu gibt. Ehrgeiz alleine hilft einen nicht unbedingt Fehler zu vermeiden…


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