Suchmaschinen & SEO – Dezember 2009
Mit dem Dezember ging ein spannendes Jahr zu Ende. Und was es für ein Ende war, kaum ein Monat hat so viele Einträge in meinem Newsreader erzeugt. Die aus meiner Sicht wichtigsten habe ich wieder zusammengefasst:
Google und Breadcrumbs
Das Google in den SERPs anstatt der URL teilweise den Breadcrumb anzeigt, hat uns ja bereits im November beschäftigt. Hier ein Beispiel von uns:
Ich bin noch nicht wirklich hinter die Regeln dafür gestoßen. Deswegen hier noch mal ein Beispiel eines anderen Artikels aus der selben Kategorie (also mit dem gleichen Breadcrumb), diesmal aber ohne Breadcrumb:
Uns fehlen aktuell etwas die Ressourcen dieses Phänomen genauer zu analysieren. Der SEO-Marketing-Blog hat sich aber doch etwas intensiver mit dieser Thematik beschäftigt. Seine Erkenntnisse gibt es hier: Google Breadcrumb Navigation im Detail. Eine Antwort auf unsere Beobachtung findet sich da aber leider auch nicht.
Und wenn wir schon bei Breadcrumbs sind sollte man die Gelegenheit nutzen um sich mit diesem oft vernachlässigtem Element etwas genauer beschäftigen. Dieses hat Ann Smarty netterweise auch schon im November erledigt: Everything about Breadcrumbs & SEO.
SEO-Dienstleistungen & Transparenz
Auch dieses Thema ist Ende November in meinem Reader aufgetaucht. Und zwar durch das Posting Mehr Transparenz in der SEO Branche von Marcus. Hier geht es darum, dass wohl Agenturen ihre Arbeitsweise nicht vor Kunden offen legen.
Hierbei geht es natürlich um Dienstleistungen im Bereich Linkbuilding, was schon mal die Frage aufwirft ob es nicht auch andere Dienstleistungen gibt. Aber egal. Ich stimme Marcus aber absolut zu, wenn es bei dieser Intransparenz nicht um die Verschleierung von Black-Hat Methoden geht oder gar dass BlackHat SEOs schlecht für die SEO-Branche sind. Die BlackHats die ich kenne arbeiten nur selten für Kunden und wenn sie für Kunden arbeiten, dann wissen die Kunden was da geschieht und welches Risiko sie eingehen.
Wer aber seine Linkquellen dem Kunden gegenüber nicht kommuniziert ist kein Blackhat sondern einfach nur ein schlechter Dienstleister. SEO hat nichts mit Magie oder Kunst gemein sondern basiert idR auf methodisch wissenschaftlichem Vorgehen. Und beim Linkbuilding ist eine enge Zusammenarbeit und ständige Kommunikation mit dem Kunden unumgänglich. Immerhin will ich wissen, welche Seite mich verlinkt und in welchem Kontext der Link steht. Allein schon aus Gründen der eigenen Reputation wollen wir nicht auf dubiosen Seiten und neben dubiosen Links Dritter stehen. Das hat nicht mal was mit schlechter Nachbarschaft im Linkgraph zu tun sondern, und das ist uns wesentlich wichtiger als irgend eine Art von Google Strafe, mit unserer Wahrnehmung durch unsere Kunden. Wenn wir zwischen Porno und Viagra unsere Links platziert bekommen kann das Presseecho hierzu durchaus schädlich sein.
Ergänzend hierzu möchte ich noch auf den Artikel Was Kunden an SEO-Dienstleister Schätzen verweisen.
Personalisierung in den SERPs
Personalisierte Suchergebnisse gibt es ja schon lange, weshalb es ja eigentlich nichts neues mehr zu sagen gibt. Aber da Google jetzt per Default allen Nutzern personalisierte SERPs ausliefert, hat das Thema wieder mehr Aufmerksamkeit bekommen.
Datenschutztechnisch wird jetzt auf jeden Fall für jeden klar, was wir sowieso schon wussten. Google speichert mehr mit als den meisten Nutzern bewusst ist. Und auch wenn es erschreckend ist, was Google da an Daten sammelt ist es doch auch unbestritten, dass man Probleme mit Homonymen etc. nur anhand von Suchanfragen und indexierten Dokumenten kaum lösen kann. Wenn man aber auf Basis bisheriger Suchanfragen in Nutzerintention besser antizipieren kann, kann man die Suchanfrage automatisiert konkretisieren. Und die jetzt genutzten Daten wurden ja schon länger gespeichert, einzig die zwangsweise Beglückung der Nutzer ist neu.
Eine schöne Übersicht zu dem Thema findet sich bei Hanns: Google personalisierte Suchergebnisse. Noch mehr Infos gibt es dann noch unter The SEO guide to Google personalized search
Und Rand beschäftigt sich mit den Auswirkungen auf SEO. Seiner Meinung nach werden Rankingcheks weiter an Bedeutung verlieren, User Experience und Branding an Bedeutung für SEO gewinnen und Trafficeinkauf auch über Adwords indirekt helfen.
Zu Letzterem will ich explizit nichts sagen, da mir aktuell keine Daten vorliegen die diese Theorie unterstützen.
Zum Thema Rankings als KPI habe ich aber schon immer ein eher gespaltenes Verhältnis. IMHO sind die Rankings für bestimmte Keywords bei größeren Portalen einfach keine taugliche KPIs. Wer Rankings zu tausend Begriffen und Suchphrasen hat, kann diese nicht alle beobachten. Wer sich dann auf einige wenige beschränkt und auf diese optimiert verliert unter Umständen unbemerkt Rankings bei vielen hundert anderen Keywords. Deswegen ist die erste KPI immer der Traffic, den man über SEO erhält. Und wenn man Rankings beobachtet sind aggregierte Werte, wie beispielsweise der Sichtbarkeitsindex von Sistrix, hilfreicher. Wir verwenden ähnliche Indexwerte für thematisch homogene Keywordclustern. Somit können wir beispielsweise feststellen, wie unsere durchschnittliche Sichtbarkeit zu Rock-Artists für Musicload ist. Und wenn sich dieser Wert insgesamt verbessert, werden wir auch aus personalisierten SERPs mehr Besucher erhalten.
Und das Thema SEO und User Experience sind für eine nachhaltige SEO-Strategie schon immer zwei Seiten der selben Medaille. Das ist in Deutschland leider weniger bekannt, kommt hier doch UE komplett mit quantitativen Methoden aus. Dennoch können SEO-Methoden die doch eher quantitativ orientiert sind den bestehenden Methodenkanon ideal ergänzen und so nachhaltig zu einer verbesserten Informationsarchitektur und somit zu einer besseren Usability und gesteigerter Visibility in den SERPs beitragen.
Somit sehe ich, genau wie Julian, kein Ende von SEO in absehbarer Zeit.
Vince heißt jetzt Pipxmasupdate
Das schon Anfang 2009 in der USA gelaunchte Vince-Update führt dazu, dass zu vielen competitiven Keywords bekannte Marken besser ranken. Das im Dezember auch Deutschland von diesem Update beglückt wurde, hat zuerst Philip Klöckner bemerkt, weshalb das Update bei uns auch pipxmasupdate genannt wird.
Schön finde ich hier vor allem diese Stelle:
Schaut man sich die Beispiele nun an, könnte man den Eindruck gewinnen, dass Google hier ein bereits bestätigtes Ziel verfolgt: Den User noch direkter und ohne Umwege zum Ziel (meist “Transaktion” oder “Information”) zu führen.
Besser kann man wohl den Sinn einer Suchmaschine kaum beschreiben ;-) Wobei die “Navigation” als Ziel hier wohl auch eine Rolle spielt. Zumindest wenn man der Argumentation von Marcus und Stefan folgen will.
Im Kern vermuten beide, dass Google hier eine Kookkurrenzanalyse (Kookkurrenz: Gemeinsame Auftreten zweier lexikalischer Einheiten) von Mehrwortanfragen und/oder von Suchsitzungen vornimmt. Wenn also viele die nach Handy suchen als nächstes nach Nokia Handy suchen, dann scheint Nokia ein sinnvolles Ziel für die Suchanfrage Handy zu sein (Wobei ich mich jetzt frage, ob man bei Nokia auch direkt Handys kaufen kann….).
Im Kern denke ich, dass die Theorie gut zu den Beobachtungen passt. Und sinnvoll scheint es auch fast immer zu sein. Und die ganzen “Vergleichsseiten” sind leider meist auch nicht wirklich hilfreich, womit wohl die SERPs wirklich besser werden sollten.
Sonstiges:
A journalist’s guide to SEO – schön einfach und einfach verständlich.
Warum SEO für große Firmen wichtig ist – Ist uns ja klar, sonst hätten wir nicht so ein großes Inhouse-SEO Team ;-)
Real-Time-Search in Google – Ist für mich bisher nicht wirklich hilfreich und die Qualität ist eher übel. Wirkt eher wie ein hektischer Schnellschuss als eine wirklich gute Integration. Aber das wird in 2010 bestimmt besser.
Danke:
Danke all jenen, die uns 2009 tatkräftig oder aber zumindest moralisch unterstützt haben:
ESEMOS – für ein weiteres erfolgreiches Jahr, auch wenn es zum Ende wieder mal sehr stressig wurde.
trisolute – für viel Verständnis und Unterstützung bei der Realisierung von mal wieder viel zu schnell beschriebenen Anforderungen.
Scout24 – Für eine sehr gute Zusammenarbeit bei unseren unzähligen SEO-Projekten
Onetomarket – Für lustige Linkbaiting-Ideen, Nina für den Vortrag auf unserem SEO-Day und Evert für einige lustige Abende in Berlin sowie das Buch ;-)
GWC – Für eine fantastische Unterstützung beim Aufbau unseres SEO-Projekts
Catbird Seat – Für viel Bier und Spaß. Und natürlich den Gruß an René
Markus Kellermann – Für den ersten Dankesbrief zu meinem Blog.
Sowie Metapeople, Searchteq, Billiger.de, inpromo und vielen vielen Anderen.
Ich wünsche Allen ein erfolgreiches und glückliches 2010 – So say we all!
Januar 1st, 2010 at 21:40
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Justin K., Arne Schmidt erwähnt. Arne Schmidt sagte: Suchmaschinen & SEO – Dezember 2009 http://bit.ly/5Q2Z9V [...]
Januar 2nd, 2010 at 11:34
Interessante Zusammenfassung.
Ich bin auch für klare Nachvollziehbarkeit
beim Linkbuilding, zumal der Kunde oft
effektiv mithelfen kann. Online PR ist
dabei auch noch ein hilfreicher Kanal.
Stay tuned for more happy days …
Januar 2nd, 2010 at 13:30
[...] lesen: Suchmaschinen & SEO – Dezember 2009 var szu=encodeURIComponent(location.href); var [...]
Januar 2nd, 2010 at 20:01
Sehr informative Zusammenfassung. Das Thema Personalisierung in den SERP´s ist für mich persönlich sehr interessant. Ich bin mal gespannt wie sich das weiterentwickelt. Vielleicht rückt in Zukunft Brandbuilding noch mehr in den Vordergrund.
Januar 2nd, 2010 at 22:00
[...] Suchmaschinen & SEO – Dezember 2009 [...]
Januar 3rd, 2010 at 17:09
Wobei Brandbuilding hier wohl vor allem auch dafür steht, dass man auf der Website das gefunden hat, was man sucht. Sprich die Nutzer erwarten auf t-mobile ein Handy zu finden und finden es auch. Somit ist dieser Begriff des “Brand” eng mit der Erwartung und der Erfüllung der Erwartung gekoppelt. Sonst lässt das Suchvolumen nach Keyword + Brand recht schnell nach.
Januar 3rd, 2010 at 18:29
Für Kunden Blackhat SEO machen, ist wirklich ein bissl zu heavy, ausser es wird über eine Linkpyramide gemacht, so das die Kundenseite sauber bleibt, doch genau das würde hier kritisiert?
Januar 6th, 2010 at 09:27
Durch diese Personalisierungen wird Brandbuilding immer wichtiger. Aber einen Brand zum Erzeugen ist halt meistens sehr kostenintensiv und teuer.
Januar 20th, 2010 at 13:00
Danke für’s Dankesagen. :)