Mit Studium zum Inhouse-SEO?



Wie wird man SEO? Gibt es passende Ausbildungen und/oder Studiengänge? Solche und ähnliche Fragen sind mir schon mehrfach gestellt worden. Aber auch die umgekehrten Fragen nach passendem Personal kenne ich aus diversen Gesprächen mit Agenturen oder anderen Inhouse-SEOs. Und da freut es mich auch, dass die SMX in München dieses Jahr das Thema Recruiting auf die Agenda gesetzt hat.

Für mich ist die Frage nach der notwendigen Ausbildung allerdings nicht pauschal zu beantworten. Meiner Meinung nach hängt es sehr stark davon ab, für wen man eigentlich Arbeitet.

Der freischaffende SEO ist zuerst mal auf seine eigene Kreativität angewiesen und muss Macherqualitäten haben. Der SEOnaut ist hier für mich ein Beispiel für jemanden, der allen durch seine ständig neuen Aktivitäten eine beachtliche Lernkurve hinlegt und somit wirklich viel sinnvolles zu erzählen hat.

Das wichtigste ist hier, dass man Unternehmer ist. Da muss man halt was unternehmen, also selbst aktiv werden. Ein Studium kann hier natürlich auch nicht schaden, es kommt aber erst mal auf die Grundeinstellung an. Wenn man diese nicht hat, sollte man nicht als Unternehmer tätig sein, egal in welchem Bereich.

Dann gibt es SEOs die in Agenturen arbeiten. Hier habe ich recht wenig Einblick in die Agenturarbeit, ich kenne ja nur die andere Seite. Dennoch können hier verbriefte Fähigkeiten wie ein Diplom oder mehr durchaus hilfreich vor Kunde und bei den Gehaltsverhandlungen sein. Wie man es dreht oder wendet, ein Studium kann hier den Anfang leichter gestalten und die Glaubwürdigkeit bei Kunden erhöhen.

Und dann gibt es noch die Inhouse-SEOs. Diese gibt es meist bei größeren Unternehmen. Und gerade hier ist ein Studium extrem wichtig um überhaupt eine Anstellung zu erhalten. Und das hat nicht nur formale Gründe. Große Webseiten haben eine gewisse Komplexität die immer dazu führt, dass Änderungen außer den gewünschten Resultaten immer auch negative Auswirkungen haben können. Und hier ist ein methodisch sauberes Vorgehen sehr wichtig, da auch wir Fehler machen. Außerdem sind Konzerne arbeitsteilig organisiert, man muss sich also ständig mit Dritten abstimmen. Und abstimmen bedeutet zuerst einmal einen Konsens herzustellen, da man meist keine Weisungsbefugnis hat und man auch nicht ständig die Kollegen vor den Kopf stoßen sollte (zumindest wenn man längere Zeit erfolgreich mit diesen zusammen arbeiten will). Das bedeutet, man muss überzeugen. Und man überzeugt am besten, indem man Vertrauen schafft. Vertrauen in die eigene Arbeit und in die gemeinsamen Erfolge. Beides funktioniert am besten durch Transparenz, was bei SEO nicht immer einfach ist. Hier schließt sich dann aber der Kreis wieder, da ein methodisch sauberes Vorgehen wesentlich zur Transparenz beiträgt. Und hierfür muss man die Methoden erst mal kennen, wobei ein einschlägiges Studium durchaus helfen kann.

Was ist jetzt aber ein einschlägiges Studium? Da ich nur ein Studium absolviert habe, kann ich auch nur von diesem Studiengang (Informations- und Wissensmanagement) berichten. Ich denke aber, dass man meine Ausführungen auf alle informationswissenschaftliche Studiengänge anwenden kann.

Im meinem Artikel über die Arbeitsgebiete eines Inhouse-SEOs habe ich unsere Aufgaben schon mal grob dargelegt. Nachfolgend versuche ich diese, mit den Inhalten aus dem Studium in Beziehung zu setzen:

Keywordanalyse

Ziel einer Keywordanalyse ist es den Sprachgebrauch des Nutzers auf meine Produkte bzw. Inhalts abzubilden und die jeweilige Konkurrenzsituation zu bewerten. Für den ersten Teil der Aufgabe sind wir sehr gut ausgebildet worden. So haben wir intensiv mit diversen Thesauri gearbeitet. Wer sich intensiv mit Begriffsrelationen auseinandersetzt um Thesauri zu entwickeln bzw. diese als Hilfsmittel zur Inhaltserschließung nutzt ist mit einer Keywordanalyse schon eher unterfordert. Wenn man hier aber methodisch sauber arbeitet, und einen eigenen projektspezifischen Thesaurus aufbaut, inklusive Begriffsrelationen wie Ober- und Unterbegriff, Verwandte Begriffe und Synonyme, so hat man eine sehr gute Basis für alle weiteren inhaltlichen Arbeitsschritte.

Technische Optimierung

Immerhin haben wir uns einige Zeit mit PHP/SQL um Studium auseinandergesetzt. Jeder Informatiker wird über unsere Codingfähigkeiten eher lächelnd hinwegsehen, zur Beurteilung der Codequalität und Definition von Anforderungen reicht es aber aus. Vor allem aber, kann man uns nicht erzählen, was alles nicht gehen sollte oder wie unwahrscheinlich Aufwendig unsere Anforderungen sind. Gerade letzteres ist für einen Angestellten in einem Konzern keine schlechte Eigenschaft, wenn man mit technischem Dienstleistern spricht. Andererseits sind die Dienstleister aber auch recht schnell begeistert davon, dass die Gegenseite die eigene Arbeit versteht, man muss sich halt nur erst mal daran gewöhnen.

Information Architecture

Hier kann man direkt an der Keywordanalyse anknüpfen. Eine gute Keywordanalyse hilft hier recht schnell die wichtigen Themen zu identifizieren und die Navigation, die die Inhalte für den Nutzer ja strukturiert und ordnet, optimal auszugestalten. Und da wir uns auch intensiv mit Informationsdesing beschäftigt haben, können wir auch klare Aussagen hinsichtlich des Usability treffen. Die Fähigkeit Informationen zu Ordnen und zu diese Ordnung zu visualisiere ergänzen sich hier dann vortrefflich.

Gleichzeitig kennen wir aber auch die Grenzen von Webnavigationen, sowohl vor Kunden als auch in Bezug auf SEO. Jede Navigation ist wie eine kleine Klassifikation präkoordiniert, muss also vom Anwender erst mal verstanden werden. Eine Keywordanalyse kann hier helfen, das Wording und die Relationen am Nutzer auszurichten (und somit die Promotionsgüte der Navigation zu steigern), dennoch spiegelt sie immer nur eine Sicht der Dinge wieder.

Kombiniert man aber die Möglichkeit des Taggings (also Artikel mit Schlagworten versehen und alle Artikel zu einem Schlagwort auf einer Seite zu sammeln), so kann man weitere View’s auf den Datenbestand legen. Und auch hier hilft ein kontrolliertes Vokabular weiter um die Konsistenz sicherzustellen. Richtig angewendet stellt man aber auch sicher, dass alle relevanten Dimensionen erschlossen werden. Die Navigation ordnet die Inhalte meist thematisch ein. Weitere oft relevante inhaltliche Dimensionen sind aber auch Ort, Personen, Zeit etc. Bei Produkten sind diese View’s auf den Bestand schon nahezu Standard (Preis, Gewicht, Farbe etc.) wenn auch nicht immer optimal umgesetzt.

Eine Erschließung der eigenen Inhalte auf Basis eines am Nutzervokabular orientierten kontrollierten Vokabulars kann hier die Basis für eine am Nutzer orientierte Informationsarchitektur darstellen.

Erschließung, Ordnung und Darstellung von Informationen sind somit unsere Kernkompetenz, und somit liegt SEO fast schon in der Natur unserer Profession, vor allem wenn man Google und Nutzer gleichzeitig zufrieden stellen will.

Inhaltsoptimierung

Die Optimierung der Inhalte, sprich der Artikel an sich, wird nicht durch uns direkt vorgenommen. Hier müssen die notwendigen Fähigkeiten den Redakteuren vermittelt werden. Grundsätzlich sind aber Redakteure besser im texten als wir, wäre auch dämlich wenn es anders wäre. Hier kommt mit SEO nur eine weitere Anforderung an den Redakteur hinzu.

Internet Popularity

Hier können wir die uns vermittelten Fähigkeiten der Recherche nutzen um potentielle Linkpartner zu identifizieren. Die methodische Recherche im Internet und anderen Quellen gehört zum Bereich Information Broking. Und die Methoden zur Recherche und Bewertung von Informationsquellen lassen sich vortrefflich für die Identifikation von Linkpartnern anwenden. Das hier aber keiner Geheimnisse erwartet. Wir gehen hier nicht anders vor als jeder andere auch. Nur muss man hier nicht viel Erklären sondern nur das Ziel der Recherche ändern. Finde nicht mehr die relevanten Informationen zum Thema X und bereits diese für den Kunden auf sondern finde relevante Verlinkungsmöglichkeiten zum Thema X und bereits diese auf.

Allgemeine Kenntnisse im Information-Retrieval

Schlussendlich haben wir auch Suchalgorithmen und IR-Systeme durchgenommen. Und IR-Systeme gab es schon vor Google (wer will, kann sich hier mal schlau machen: http://trec.nist.gov/) .

Deswegen ist für mich so etwas wie LSO eher ein schlechter Witz bzw. extrem alter Wein und einer lustigen neuen Worthülse. Nichts gegen die Methodik, aber sie ist halt nicht neu sondern nur eine Anwendung einer Kookurenzanalyse. Und da diese wiederum nur ermitteln wie, ob Begriffe in der natürlichen Sprache in Relation zueinander stehen kann ich einfach weiterhin natürlich schreiben. Womit LSO ad absurdum geführt wird und ich mal wieder hilflos abgeschweift bin…

Fazit

Ein Studium kann einen immer helfen und ist immer auch eine gute Option in der Lebensplanung. Man wird auf jeden Fall nicht dümmer. Erfolgreich wird man aber erst durch Arbeit, und Erfahrung bringt einem mehr als alle Theorie der Welt.

Dennoch kann ein gutes wissenschaftlich fundiertes Methodenwissen helfen, die eigenen Erfahrungen richtig zu bewerten und einzuordnen. Ein Studium alleine ist aber weder Voraussetzung noch Garant für eine erfolgreiche SEO-Karriere. Immerhin gibt es ja auch viele erfolgreiche Quereinsteiger da draußen die dieses eindrucksvoll beweisen.

Für einen Inhouse-SEO aber eignen sich informationswissenschaftliche Studiengänge nahezu perfekt, für en Einstieg in die dunkle SEO-Seite allerdings weniger.

Wie mein Studium mir als SEO geholfen hat, habe ich hier versucht darzulegen. Wie konntet Ihr die Inhalte Eures Studiums für Eure SEO-Arbeit nutzen? Oder aber welche Erfahrungen aus anderen Lebens- und Arbeitsbereichen konntet Ihr erfolgreich bei Eurer SEO-Tätigkeit nutzen?



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@Gerlinde: Und auf meinem Blog wird nicht gespammt! Deinen Link zu arbeitszeugnis-bewerten.de habe ich entfernt.

Der Weg führ bestimmt zum Erfolg.

Hi Volker,
das würde mich sehr freuen. Wir haben gerade für Inhouse-SEOs dieses Jahr eine Menge im Programm und sehr gute Speaker aus dem Inhouse-SEO Bereich gewinnen können.

Hi Jens, vielleicht werde ich auf der SMX aufschlagen.

Hi Volker,

da hast Du sicher recht, auch dieser Weg führt zum Erfolg. Bist Du auf der Campixx oder der SMX?

lg, Jens

Ich bin als Journalist zum Inhouse SEO eines großen Portals gekommen und kann aus dieser Perspektive sagen, dass dieser Ansatz auch einige Vorteile bietet. Klar, die technischen Aspekte muss man sich als Schreiberling nach und nach noch aneignen, selbst wenn man vorher schon im Onlinebereich gearbeitet hat. Im täglichen Geschäft vor allem mit der Redaktion merkt man jedoch schnell, dass der Graben zu den schreibenden Kollegen nicht so sehr ins Gewicht fällt. Vorschläge und Leitfäden zum Umgang mit SEO-Aspekten in ihrer täglichen Arbeit lassen sich leichter vermitteln wenn man aus der selben Wurfkiste kommt. Man wird nicht so sehr als nervendes Element warhgenommen ( siehe auch hier: http://www.tekka.de/2008/08/13/seo-meets-journalis... )Mein Studium der Politikwissenschaften hat zwar fachlich quasi nichts mit Suchmaschinen zu tun, der Umweg über den Text zum Keyword haben aber meiner Erfahrung nach schon so einige erfolgreich genommen.

@admin
Ich stimme deiner Aussage voll und ganz zu. Natürlich kann man auch ohne Studium genauso gut, wenn nicht noch besser arbeiten als mit. Ich verstehe auch, dass du sauer bist, wenn Leute , die frisch aussem Studium kommen dir erzählen wollen wie Google funktioniert, obwohl du dich seit 8 Jahren damit bestens beschäftigt hast. Das Problem, dass wir in Deutschland haben ist doch vielmehr, dass es keinen Arbeitgeber interessiert wie gut und kompetent du arbeiten kannst, wenn du nicht in deiner Bewerbung ein abgeschlossenes Studium, möglichst noch mit 3 verschiedenen Praktikas und vorher abgeschlossener Berufsausbildung stehen hast.
Ich selber studiere momentan Vwl Bachelor in Münster, und ich muss sagen, dass dieses Studium so unglaublich theoretisch ist, dass es mir fürs spätere Berufsleben nicht viel bringen wird. Ich glaube das wichtigste Argument für kompetente Arbeit ist, wenn man 24/7 mit den Gedanken dort ist und wirklich Spaß an der Sache hat. Dann kann man auch ohne abgeschlossenes Studium Berge versetzen...

@SEOnaut: Nun, ich stelle nur studierte Mitarbeiter ein und habe keine Probleme Personal zu bekommen. Ich suche aber auch nicht unter BWLern oder Informatikern sondern unter Informationswirten wie mich, da ich da meine Kontakte habe.
Und leider muss ich sagen, dass Agenturen die nicht Informationswissenschaftler zu Meetings bei uns senden idR schön baden gehen, da ich mir ungern von angelernten erklären lasse wie Google funktioniert, nur weil diese Menschen schon mal einen Link gesetzt haben. Da kennen ich mich dann leider doch besser aus.
Und das Gehaltsgefälle kann man auch nicht wegdiskutieren. Agenturen können dann diese vielleicht praktisch guten Freelancer nur im Büro verstecken und nicht zu Kundengesprächen mitnehmen, und schon fällt das mögliche Gehalt wesentlich geringer aus.
Es gibt wirklich Ausnahmen aber im Normalfall ist es eben nicht so. Und ich habe 8 Jahre im Berufsleben ohne Studium gestanden und es auch nicht wirklich glauben wollen. Aber man ist wirklich danach besser (auch die Argumente von Kathrin spielen hier eine sehr große Rolle).
@Benjamnin: Das man sich engagieren muss um erfolgreich zu sein ist mehr als normal. Das gesondert zu erwähnen ist fast so, wie wenn im Zeugnis steht, das man pünktlich war. Ich kümmere mich einen Sch... um Wochenarbeitszeiten, bin 24/7 mit meinen Gedanken bei Job. Sein Hobby zum Job zu machen ist extrem hilfreich, wenn man erfolgreich werden will. Das ist aber unabhängig vom Studium bzw. auch mit Studium darf man gerne arbeiten ;-)

Verdammt so ein Studium wäre schon cool, wenn ich gerne in einer großen Firma mit genauen Vorgaben arbeiten wollen würde. Ich möchte aber nicht und meine Firma kuckt nicht nur auf Zeugnisse, sondern hat mich nach Ideen und Meinungen gefragt, getestet, beurteilt und eingestellt. Meine Firma gibt mir Freiheiten, die BMW und ähnliche Konzerne nicht geben können würden und drum liebe ich meine Firma. Weil ich meine Firma liebe, denke ich auch in meiner Freizeit und bei der Arbeit an privaten Projekten immer auch an meine Firma. Ich bin meine Firma und meine Firma weiß das und liebt mich zurück. Vielleicht könnte ich das SEOsymbiose nennen. Aber ich tue das nicht. Ich nenne das großes Glück. Egal ob man angestellt oder selbstständig oder Teils teils ist.. wenn die Arbiet Spaß macht, ist die Arbeit Spaß, aber nicht Spaß Arbeit und dann ist es auch fast unnötig, 23 Zeilen darüber zu schreiben. Lieber aufgehört und ran an die Arbeit :D

Hallo Jens !

Auch ich danke für den sehr ausführlichen Artikel. Grundsätzlich hast du Recht. Der Einstieg in das Thema KANN ein Studium sein. Die Firmen die SEOs für Inhouse suchen beschneiden sich jedoch selber, wenn sie nur nach studierten Menschen suchen. Gleiches gilt für die Agenturen. Die meisten SEOs die ich zur Zeit kennen, haben vorher ganz andere Sachen gemacht. Zur Zeit sind also die meisten vielleicht verfügbaren SEOs sicherlich nicht studentischer Herkunft. Vielleicht ändert sich das aber in 20 Jahren ;-)

Hab schon vor einem Jahr gesagt, dass die meisten die SEOs suchen, mal ihre Ausschreibungen auf die Gemeinde der nicht studierten Freelancer erweitern sollten.

Freue mich auf gute Gespräche dazu mit dir auf der Campixx.

Hi Astrid,
wusste bisher nicht, dass Du vom Fach bist. Freut mich ;-)

Wir haben auch eine Alumni der Informationsirte Gruppe bei Xing: https://www.xing.com/net/infowirte/ (Wink mit dem Zaunpfahl...)

@Hannes: Die auch ein frohes Neues!

Schön zu sehen, dass wir doch zahlreicher sind als ich dachte.

Gute Zusammenfassung Jens, (frohes Neues übrigens noch).
Ich habe Informationsmanagement und Wirtschaftsinformatik studiert und kann dir in den methodischen Punkten nur zustimmen. Eraerbeitete taktische und strategische Kompetenzen können auch manchmal helfen :)

Sehr schöner Artikel! Nachdem ich jahrelang Informationswissenschaft studiert habe und ständig erklären musste, was zum Geier das überhaupt ist, bin ich jetzt bei SEO gelandet (und muss ständig erklären, was zum Geier das überhaupt ist *g*). Aber das Studium hat aus genau den Gründen geholfen, die Du genannt hast. Besonders gut fand ich beim Infowiss-Studium die praktischen Elemente - ich wäre sonst niemals zum Webdesign gekommen, denn Informatik hätte ich mir nie zugetraut. Durch die Infowiss hab ich die Basics in PHP und HTML kennengelernt, die mir ermöglichen, eigene Projekte zu gestalten, auch wenn ich kein originärer Programmierer bin. Leider wird die Infowiss in Saarbrücken geschlossen, was mal wieder eine klassische saarländische Fehlentscheidung ist. Denn was man getrost sagen kann: ich habe niemanden kennengelernt, der mit diesem Studium Schwierigkeiten hatte, einen Job zu kriegen - sei es in den Medien oder eben im Web. Für mich ist das Informationswissenschaftsstudium die perfekte Basis für den Job als SEO - empfehlen kann ich noch BWL als Nebenfach (hatte ich nicht, also habe ich einfach nach dem Studium noch ein Aufbaudingens draufgesetzt), dann ist man gut gerüstet für zukunftsträchtige Jobs.

@Kathrin: Freut mich, dass Dir das Posting gefallen hat, und natürlich hast Du recht was die allgemeinen Softskills betrifft. Allein die Selbstorganisation ist schon eine Erfahrung für sich
@Benjamin: Nun SEO kann man aber auch sehr gut neben den Studium betreiben und Wissen jenseits des praktischen SEO hilft oft wirklich weiter. Aber als Freiberufler ist man darauf wirklich nicht zwingend angewiesen. Allein die Selbstverwaltung (IHK, Steuer, und andere Zeitfresser) bringt ja eine Menge ungewollter Erfahrung außerhalb des SEOs ;-)

Ich habe mich für den Weg ohne Studium entschieden und bereue dies bis heute nicht. Auch ohne Studium hätte ich bei einem größeren Portal direkt anfangen können, aber ich wollte mir die Freiheiten als Selbstständiger nicht nehmen lassen und so arbeite ich an eigenen Projekten.

Ein Studium mag hilfreich sein, doch meiner Meinung nach ist es viel effektiver, wenn man die Zeit des Studierens ziel- und praxisorientierter in eigene Projekte steckt.

Ein wirklich feiner Artikel. Ich selbst kann nur zustimmen, dass ein Studium hilfreich sein wird, den Einstieg als angestellter SEO zu finden. Ich bin der Meinung, über die langen Jahre, die man sich an der Uni rumschlägt, erlernt man einiges an Theorie, was man mal mehr und mal weniger gut in der Praxis anwenden kann. Viel wichtiger ist aber, dass man die Fähigkeit erlangt, sich schnell und intensiv auch in neue Themengebiete einzuarbeiten, unter (Zeit-)Druck zu arbeiten, Querverbindungen zwischen Wissen herzustellen und an Problemstellungen systematisch heranzugehen. Die nötige Erfahrung kommt dann von allein. Und wie gut das funktioniert, beweist eben genau die Vielzahl an Quereinsteigern aus den unterschiedlichsten Bereichen.

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  3. [...] Als ich gestern Morgen mal wieder die ganzen angesammelten Beiträge aus den Blogs, die ich lese, beim Frühstück durchkämmt habe, bin ich auf einen Artikel im Inhouse-SEO-Blog gestoßen. Darin geht es um die Wichtigkeit eines Studiums für Inhouse-SEOs. [...]

  4. [...] erreichbar ist. Daher werde ich einfach einen neuen Artikel schreiben. Im Grunde genommen hat das Jens in seinem Artikel bereits sehr gut zusammengefasst. Ich möchte dennoch meinen Senf dazu [...]

  5. [...] der Frage, ob und inwiefern ein Studium für Seo generell sinnvoll ist, kann man zum Beispiel beim Inhouse-Seo oder bei Clever-Clogs [...]

  6. [...] kommt mir der Gedanke, das man unbedingt BWL als SEO studiert haben sollte. War mal die Frage beim Jens: Muss man als SEO studiert haben? Nein, aber wenn ja, dann versteht man auch so etwas und erinnert [...]