Dieser Vortrag wäre der erste am frühen Samstag gewesen und stand fest auf meiner Liste der Vorträge an denen ich teilnehmen wollte.
Der Vortrag von Phuc Tran fand aber leider nicht statt. Phuc hatte sich entschuldigt, leider aber fand diese Absage nicht den Weg auf die Agenda (schön zu sehen, dass auch Marco nicht fehlerfrei ist ;-))
Phuc hat mich aber mittlerweile angeschrieben und mir Angeboten die Kernaussagen seines Vortrags als Gastbeitrag hier zu veröffentlichen:
Inhouse-SEO vs. SEO Agentur
Da ich aus privaten Gründen für die SEO-Campixx absagen musste, und ein paar Leute auf meinen Vortrag gewartet haben, habe ich mit Jens abgemacht, dass ich meinen Vortrag zum Thema „Inhouse SEO“ zu einem Blog-Artikel verfasse.
Kurz zu mir: ich bin Head of SEO bei einer namenhafte Werbeagentur und bin SEO Manager bei Elitepartner Tomorrow Focus AG.
Ok, fangen wir mal einfach an.
Es gibt große SEO-Agenturen, die werben damit, dass sie 3000 Kunden betreuen und 100 Mitarbeiter haben. Die Zahlen können sich echt sehen lassen, denkt man, aber wenn wir uns die Zahlen genauer anschauen fällt uns schnell was auf.
Nehmen wir mal an, es gibt 100 Mitarbeiter und 70 davon optimieren. Jeder hat am Tag 7 Stunden Zeit. 5 Arbeitstage die Wochen mal 4 Wochen. Da haben wir ein Arbeitszeit von 9800 Stunden. Soviel Stunden haben also alle Mitarbeiter zusammen im Monat zur Verfügung.
Wenn wir jetzt 9800 Stunden durch 3000 Kunden rechnen bekommen wir die Anzahl der Stunden, die ein Mitarbeiter für einen Kunden hat. Im Monat sind das also 3 Stunden und 15 Minuten.
Jetzt sollten wir uns überlegen: Kann man in 3 Stunden und 15 Minuten im Monat optimieren?
Es sind immer hin ca. 9 Minuten und 45 Sekunden am Tag.
Ihr kennt es ja selber von euren privaten Projekten: Wenn ihr auf ein Keyword optimiert, dass nicht viele Konkurrenten hat, und ihr damit auch schon oben seid, muss man echt nicht mehr viel machen. Ab und zu hier und da was und dann gut ist.
Aber Agenturen, die jeden Kunden aufnehmen und sagen wir bringen euch mit „Auto“ auf Seite 1? Dann reicht hier die Arbeitszeit eben vorne und hinten nicht.
Ich habe oben noch großzügig gerechnet!
Also was macht einen guten Suchmaschinen-Optimierer aus? Er muss immer auf dem aktuellsten Stand sein und sein Wissen erweitern. Aber wie machen es hier die Mitarbeiter die nur 3 Stunden und 15 Minuten pro Kunden haben? Die haben ja gar keine Zeit um Ihr Wissen zu erweitern.
Ich habe mal mit einem Mitarbeitet von einer große Agentur gesprochen und habe mal gefragt wie es da abläuft. Ich muss dazu noch sagen, derjenige wusste nicht einmal was Linkaufbau ist. Es hört sich verrück an, aber er hatte echt keine Ahnung.
Er hat mir gesagt, die bekommen eine Formular mit bestimmten Punkten und müssen schauen, ob die Sachen gemacht worden sind oder eben noch nicht. Stimmt die Anpassung der Meta- Tag oder gibt es eine Headline usw.? Es dreht sich hier mehr oder weniger nur um eine sehr einfache Onpage-Optimierung.
Sollen solche Agenturen ein BVDW Zertifikat bekommen? Ich glaube darüber muss ich nichts mehr schreiben, da es jetzt schon einige Diskussionen gibt.
Ihr seid Suchmaschinenoptimierer mit Herz und Seele, habt ihr euch schon mal überlegt, wie viel Kunden man so betreuen, und noch Qualität bieten kann?
Ich glaube es fängt bei einem an und hört bei maximal. vier Kunden auf. Oder was denkt ihr? Freue mich auf eurer Antworten.
Bevor ihr einen Auftrag annehmt, solltest ihr erst mal überlegen, wie ist meine Netzwerk in diesem Bereich. Wie viele Kooperationen schaffe ich in einem Monat? Wie lange dauert eine Kooperation usw.?
Den großen Unterschied zwischen Inhouse-SEOs und großen SEO Agenturen, findet man darin, dass SEO Agenturen eigentlich nichts anderes machen als Kooperationspartner zu suchen. Wir Inhouse SEOs müssen Vorträge und Schulungen halten und Projekte auf die Beine stellen und alles muss transparent sein.
Wie schützt man sich jedoch vor schlechten SEO Agenturen oder schlechten SEO Mitarbeitern?
Firmen können an falsche SEO Agenturen geraten aber sie können auch einen falsche Inhouse-SEO einstellen. Das Problem von vielen Firmen ist, dass sie sich nicht mit SEO auskennen und denken SEO kann jeder. So kann sich allerdings jeder bewerben, der schon mal was von SEO gehört hat. Als Inhouse-SEO, hat man wie bei jedem andern Beruf auch eine Probezeit.
Wenn man als Firma eine SEO Agentur anheuert, hat man gleich eine 6/12 oder 24 monatige Lauftzeit an der Backe.
Wenn man eine SEO Firma sucht:
- Recherchiert man im Internet
- Redet man mit Geschäftspartnern
- Wenn man eine Firma gefunden hat, googlet nach der Firma
Wenn man einen Inhouse-SEO sucht:
- Googlet man nach dem Bewerber
- Schaut man ob er im Internet aktive ist (XING, Facebook, Twitter und und und)
- Schaut man die Beispiel-Seiten der Bewerber an. (Wenn man sich nicht mit SEO auskennt, holt man jemanden der sich damit auskennt)
- Lässt man einen Test von einem Suchmaschinen-Optimierer erstellen und lässt den Bewerber den Test machen.
…
Demnächst mehr!
Phuc
Nach dem Lesen des Berichts von Phuc denke ich, dass uns allen leider eine sehr interessante Diskussion auf der Campixx entgangen ist.
Aus persönlicher Erfahrung muss ich sagen, dass ich bisher immer gute mit Agenturen gefahren bin, die Aufträge ablehnen. Gute Agenturen kennen Ihre Möglichkeiten und riskieren nicht ihre Reputation um einen Auftrag zu bekommen, den sie nicht bedienen können. Und von dieser Sorte Agenturen kenne ich einige. Sind halt nicht alle senkrecht in dieser Branche ;-)
So gesehen hätte man die Session auch Gute SEOs vs. Schlechte SEOs nennen können. Nur dass es halt Agenturen gibt die explizit schlechtes SEO zum Geschäftszweck erklären. Also quasi analog SEO oder auch Gammelfleisch SEO…
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