So, wieder ein Monat rum und ich bin kaum dazu gekommen einen sinnvollen Artikel zu posten. Zumindest der Monatsrückblick zwingt mich aber zurück an die Tastatur. Und ich hoffe weiterhin auf den ruhigen Sommer, den mir mein Arbeitgeber bei meinem Einstellungsgespräch avisiert hatte ;-)
Jetzt aber zu den Ereignissen im letztem Monat.
Yahoo! bingt
Man kann auch sagen, Yahoo! gibt sich selbst auf. Search ist sicher eine Kernkompetenz, Amazon ist eher eine Suchanwendung denn ein Shop im klassischem Sinn. Microsoft investiert massiv in diesem Bereich und über Google muss man nicht viel sagen. Und wer wirklich große Websites baut weiß, dass Suchtechnologie einem einen wesentlich flexibleren Umgang mit den eigenen Inhalten erlaubt als es klassische hierarchisch organisierte CMS können. Und Yahoo! steigt hier aus der technologischen Entwicklung aus und setzt zukünftig auf Bing auf.
Mir scheint es so etwas wie der Anfang vom Ende zu sein. Positiv ist hier allerdings, dass sich mit Bing wohl endlich mal eine Suche etabliert, die doch einige Nutzer hat. Und auch die Zusammenlegung der Werbenetze kann durchaus interessant werden.
Mehr dazu findet sich bei German Cowboys, JoJo, Uwe dem tagSeoBlog und der (Online)Presse des Vertrauens.
Auswirkung des Linkgeiz
Gretus hat einen Auswertung des Authority-Ranks bekannter deutscher Blogs vorgenommen, die Zeigt wie schädlich sich Linkgeiz auf die Blogs auswirkt. Mein Standpunkt ist hier sehr einfach. Der Sinn von HTML ist es, Links zu setzen. Erst so entsteht ein Netzt. Ohne Links habe ich einfach nur Text.
Links führen meine Nutzer zu ergänzenden Inhalten, zu Quellen oder zu Applikationen. Wenn ich also über etwas schreibe, sollte ich die Quelle nennen und verlinken. Einzige Ausnahme ist ein negatives Beispiel, dass bekommt auch von mir dann ein nofollow.
Ich kenne das Problem mit der nicht gerne gesehenen Verlinkung beruflich. Ich setze mich aber immer für eine Verlinkung externer Quellen ein. Erst so wird mein eigenes Angebot rund und komplett. In diesem Sinn, einfach wieder verlinken und auch Anderen mal was gönnen.
Seitenlayout und SEO
Hier gibt es bei SEO by the Sea diesen Monat einen Artikel zum Thema What Automatic Segmentation of Webpages Might Mean to Design and SEO.
In diesem Artikel wird auf zwei Patente (Microsoft und Yahoo!) eingegangen, die sich damit befassen Seiten in funktionale Teile (z.B. Navigation, Werbung, Content) zu zerlegen und so gezielter den Inhaltsbereich zu erkennen und diesen dann höher zu gewichten.
Der Artikel geht hier auch auf die Probleme ein, die sich für eine Websuchmaschine ergeben. Sicher sollte man sich bewusst sein, dass Google & Co. versuchen Inhalt von Informationsrauschen zu trennen. Und wie immer, wer es den Suchmaschinen hier einfach macht, hat einen Vorteil
Ladezeit und SEO
Auch hierzu gibt es einen sehr guten Artikel von SEO by the Sea: Does Page Load Time influence SEO?. Hier wird erst einmal darauf eingegangen, dass die Latenzzeit kaum geeignet ist um die Geschwindigkeit einer Seite beurteilen zu können. Für Nutzer ist die Zeit entscheidend, die vergeht bis er eine Seite nutzen kann. Und dass schließt offensichtlich auch das Rendern der Seite mit ein. Weniger offensichtlich sind aber auch anderen Faktoren. Ein verwirrende Seitengestaltung kann die Zeit bis zur Nutzung der Seite ebenso beeinflussen wie die Einbindung von Pop-Ups und anderem Mist den der Nutzer erst beseitigen muss bevor er die Seite nutzen kann.
Auch wird hier gut erklärt, dass die Ladezeit ein Qualitätsfaktor ist. Ähnlich dem PageRank sagt die Ladezeit nur etwas über die Qualität der Seite aus, nicht über die Relevanz. Da Suchmaschinen aber relevante und qualitativ hochwertige Seiten finden wollen, sind eben Qualitätskriterien auch sehr wichtige Rankingfaktoren.
Ob und wie Suchmaschinen Ladezeiten ermitteln wird allerdings nicht beantwortet. Dennoch ist der Artikel sehr interessant und die aufgeworfenen Fragen sollte man sich für seine eigenen Webangebote beantworten. Schlechter können die eigenen Angebote dadurch nicht werden.
Quelle und SEO
Wer den Schaden hat und so… Dennoch ist Quelle im Internet schon bezeichnet für viele deutsche Shops. Torsten hat deswegen einen SEO-Blick auf Quelle geworfen. Da ich leider auch einige Berührungspunkte mit Intershop habe, kenne ich die Kritikpunkte leider nur zu gut.
Quelle ist hier aber in sehr guter Gesellschaft. Auch Baur, Otto, Neckermann und Co. sind SEO-technisch ein Trauerspiel.
Selbst der “Shootingstar” Baur verwendet Session-Ids in der URL, die er nur für den Googlebot entfernt. Wenn ein Nutzer aber einen Link auf eine Kategorie setzt, hat er eine URL mit Session-ID. Dank Cannonical-Tag hat man aber zumindest dieses Problem im Griff, was unter Umständen den Anstieg erklären könnte. Zeigen doch erstmals Externe und interne Links auf die selbe Seite…
Dennoch rollen sich einem bei über 200 Navigationslinks pro Seite, einer nur mäßigen horizontalen Verlinkung und eines wirklich grauenhaften HTML-Code die Fußnägel hoch.
Und welches Potential man hier liegen lässt, zeigt ein vergleich mit Amazon sehr gut:
Sicher ist der Vergleich nicht wirklich fair. Dennoch sollten die Produktpaletten nicht um den selben Faktor kleiner sein als die Sichtbarkeit in Google suggeriert. Unsere deutschen Versender sind da dann doch eher die Null-Linie.
Und was ist das Problem an dieser Stelle. Ganz einfach, SEO wird als Optimierung eines bestehenden Systems begriffen. Wenn aber das System ansich schon nicht kompetitiv ist, kann auch der zuständige SEO nur die Trafficreste einsammeln. Und Amazon hat eben verstanden, dass Verkaufen über das Netz mehr ist also Produkte zu katalogisieren. Amazon ist schnell, hat extrem viel Content (dank der Rezensionen), und eine produktzentrierte horizontale Navigation. Sprich, Amazon verfügt über die bessere Informationsarchitektur, mehr Content und und und.
Kurzum, SEO hat eine hohe strategische Komponente. Wer seine Systeme schon nicht in Frage stellt, wird immer weit hinter seinen Möglichkeiten bleiben. Und hier reden wir sicher über höhere siebenstellige Besucherzahlen pro Monat. Für einen Versandhändler sicher nicht uninteressant.
Und bitte, wenn die zuständigen SEOs dieses lesen. Das ist keine Kritik an Eurer Arbeit. Die kenne ich ja nicht wirklich Und das Problem zwischen der Erkenntnis und der Umsetzung in größeren Firmen ist mir selbst ja nicht unbekannt. In diesem Sinn macht Ihr bestimmt im Rahmen Eurer Möglichkeiten einen guten Job!
Dank an dieser Stelle an Sistrix für die wunderbaren Toolbox. Wer sie noch nicht hat, sollte sie sich holen ;-)
Sonstiges
SEO Snake Oil: Oder wie sich Gerüchte in der SEO-Scene verbreiten…
OnPage Score Sheet: Gut für kleine Seiten. Gefährlich bei Großen.
Der SEO-Witz: Man ich bin unterbezahlt….
Rand über die Zukunft von SEO (via Astrid): Dem habe ich nichts hinzuzufügen
Breadcrumbs in der Google-SERP: Habe noch keine gesehen und müsste über die Vor und Nachteile erst mal nachdenken…
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schade, das mus doch nicht sein oder?
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