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PageRank richtig interpretiert

19. Oktober 2008Kategorie Google, Internet Popularity

Oder auch: Warum bekomme ich mehr Besucher bei sinkendem PageRank?

Diese Thema wollte ich lange schon mal angehen, ist die Diskussion über die Bedeutung des PageRank doch oft eher polemisch und wenig fundiert. Den letzten Anstoß hat dann aber das wirklich sehr gute Posting von Vanessa Fox mit dem Titel Is PageRank the Ultimate Measure of Online Influence gegeben.

Um es kurz zu machen, Vanessa legt hier auf eine sehr fundierte Art und Weise dar, dass der PageRank nicht als ultimative Kennzahl für den Einfluss einer Website im Internet geeignet. In Ihrer Argumentation geht sie auch auf den Unterschied des googleinternen PageRanks aus und dem Wert, denn wir sehen. Und leider ist der für uns sichtbare grüne Balken leider nicht aktuell und die Skalierung extrem grob.

Hat er also dann einen informativen Wert? Meiner Meinung nach ja. Aber welchen? Berichten doch immer wieder diverse SEOs, dass sie bessere Rankings bei gesunkenem PageRank verzeichnen. Ein Beobachtung, die ich durchaus Teile, die aber nicht gegen die Wert des PageRanks an sich spricht.

Betrachten wir erst mal, was der PageRank aussagen will. Es ist kurzerhand eine Metrik für die Linkpopularität, die die Qualität der Backlinks berücksichtigt. Sozusagen eine gewichtete Linkpopularität, die für uns sterblich dann in 12 Klassen eingeteilt wird (Nicht bewertet sowie 0 – 10).

Allerdings ist der PageRank komplett entkoppelt vom Inhalt meiner Website, den Linktexten der Backlinks und auch der Nutzeranfrage. Und hier liegt schon der erste Grund für mehr Traffic von Google, trotz sinkenden PageRanks. Um es aber nicht zu kompliziert zu machen betrachten wir erst mal die Möglichkeiten bei gleichbleibendem PageRank:

1. Ich passe das Wording meiner Seite dem Wording meiner Nutzer an

Klassische Inhaltsoptimierung also. Resultat wird hoffentlich sein, dass ich zu den Suchanfragen meiner Nutzer gefunden werde. Ich werde aber wohl auch einige Rankings die ich vorher hatte (und die hoffentlich weniger geläufig waren) verlieren. Wenn ich eine ordentliche Keywordanalyse erstellt und mich nicht in zu kompetitive Umfelder begeben habe, sollte ich mehr Visits aus Google generieren und der PageRank verändert sich natürlich nicht.

2. Ich passe das Wording meiner Backlinks an

Auch hier liegt meist ein sehr großes Potential. Wie viele Partner verlinken Logos ohne alt-Texte, wie viele Webmaster verlinken die URL? Auch hier kann man wirklich einiges optimieren und gerade für Firmenhomepages liegt hier ein sehr großes Potential. Wenn ich mich hier nicht zu dämlich anstelle, sollte ich auch hier bessere Rankings erzielen und mehr Visits aus Google generieren. Aber auch hier ändert sich mein PageRank nicht.

Aber hier gibt mir der PageRank schon einen ersten Hinweis über meine Möglichkeiten. Hat meine Startseite nur einen PageRank von 2 kann ich wohl kaum sehr viele Backlinks zum optimieren finden. Ähnliches gilt natürlich auch für meine wichtigen Produktkategorien oder Produktdetailseiten. Hier kann mir also der PageRank meiner einzelnen Seiten helfen Prioritäten zu setzen. Klingt nicht spannend, hilft bei einem chronisch überfüllten Schreibtisch aber ungemein weiter.

Wenden wir uns jetzt dem Beispiel eines sinkenden PageRanks bei gleichzeitig gestiegenem Besucheraufkommen aus Google zu. Und hier liegt das Problem meist in einer falschen Wahrnehmung oder verkürzten Darstellung der Tatsachen. Um es ganz einfach zu sagen:

Der PageRank meiner Startseite ist hier nicht der Entscheidende!

Die Startseite hat in einem SEO-Konzept idR die Aufgabe zum Namen der Firma gefunden zu werden. Ansonsten sollte die Startseite die eingehende Linkpower möglichst effektiv in die Website leiten. Das ganze ist dann ein Thema der Informationsarchitektur (inkludiert für mich vor allem Navigation aber auch Sculpting und Siloing).

Was aber, wenn man bei der Optimierung der Linktexte (siehe Punkt 2) der eingehenden Links gleich auch das Linkziel anpasst. Für viele eingehenden Link ist die Startseite nicht wirklich die beste Seite. Vor allem, wenn der Linkgeber auf Produkte und/oder Dienstleistungen hingewiesen wird. Eine Änderung des Linkziels erspart es dem Nutzer zur jeweiligen Kategorie oder Produktdetailseite zu navigieren (und reduziert natürlich auch das Risiko des Absprungs).

Aber was passiert dann mit dem PageRank meiner Website, wenn ich Links von der Startseite abziehe und gegen Deeplinks ersetze? Nun, der PageRank meine Startseite kann hier natürlich durchaus sinken. Der meiner Unterseiten dafür aber steigen. Und das ist meistens auch eher vorteilhaft. Mein eigener Firmenname ist in den SERPs oft weniger umkämpft als meine Produkte. Und ich benötige meist keinen PageRank von sechs oder mehr um zu r eigenen Firmierung auf Eins inklusive Seitlinks zu stehen (Sieht für einen Affiliatprojekt natürlich oft anders aus, ist aber nicht mein Thema).

Für mich kann ich hier nur feststellen, dass ich mit der oben beschriebenen Taktik durchaus erfolgreich fahre. Viele Unterseiten von uns haben mittlerweile PageRank-Werte die mit den jeweiligen Startseiten identisch sind. Und die Visits sind auch gestiegen, und darum geht es ja.

Welche Bedeutung hat nun also der PageRank für mich. Ganz einfach, er ist ein schneller Indikator auf Seitenebene. Er zeigt mir, ob meine Taktik aufgegangen ist, welche Seiten das größte Potential bei der Optimierung der Linktexte der Backlinks aufweisen und ob ich die richtigen Seiten mit der notwendigen Linkpower ausgestattet habe. Wie aber jeder Indikator erspart er einem nicht das Denken, lenkt aber recht gut die Aufmerksamkeit. Und wir alle haben in der Regel ja mehr Optionen als Zeit und müssen priorisieren.

Wie sieht Eure Meinung zum Thema aus? Und welche Aussagekraft hat für Euch der PageRank?

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5 Responses to “PageRank richtig interpretiert”

  1. Baynado (1 comments.) Says:

    Sehr guter Artikel, hat mir wirklich gut gefallen und zum Nachdenken angeregt, danke.


  2. ff-webdesigner (1 comments.) Says:

    gute Idee, mehr in die Breite zu gehen und mehr auf wirklichen Erfolg zu achten als auf einen hohen Pagerank, für den man sich ja im Endeffekt nichts kaufen kann.


  3. admin (75 comments.) Says:

    Freut mich, dass Euch der Artikel gefallen hat. Wenn ein Post das Nachdenken anregt hat man eigentlich ja alles erreicht ;-)


  4. Der PageRank wird eh überbewertet - endlich amtlich | Neonwahn Says:

    [...] PageRank Interpretation beim Inhouse SEO Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können. [...]


  5. Das SEO-Infoblog » Wenn Blogger Inhalte klauen Says:

    [...] ich mich weiter umsah, entdeckte ich einen weiteren Artikel von Inhouse SEO über das Thema ‘Pagerank richtig interpretiert’, der auch ungekürzt wiedergegeben [...]


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