Die korrekte Überschrift müsste ja eher wie folgt lauten: “Der Nichteinsatz von nofollow-Links auf großen deutschen Websites“.
Aber bevor ich das Ergebnis vorwegnehme, eine kleine Einführung in das Thema. Als Anregung diente mir der Artikel Sculpting Your PageRank For Maximum SEO Impact von Stephan Spencer auf Search Engine Land. Hierbei geht es grob darum, wie eine optimale Vererbung des PageRanks auf großen Websites sichergestellt werden kann.
Hierzu gibt es viele Möglichkeiten, die ich alle unter dem Thema “Informationsarchitektur” sehe. Themen wie Breadcrumbs, Navigationsstrukturen, horizontale Verlinkungen etc. sind hier zu betrachten um das Relevanzparadoxon einer großen Website möglichst gut aufzubrechen. Meist wird nämlich die Startseite einer Website angelinkt, sie besitzt also den höchsten PageRank bzw. Linkpower. Die wichtigen – weil spezifischen – Informationseinheiten (Artikel, Produktbeschreibungen etc.) liegen aber in der Tiefe der Webangebote vergraben und werden nur selten von extern angelinkt. Eine optimale Vererbung der Linkpower von der Startseite ist hier also eine zentrale Aufgabe für einen Inhouse-SEO einer großen Website.
Eine Sonderrolle kommt hier dem Thema der nofollow-Links zu. Diese gehören nicht in den Bereich der Informationsarchitektur im klassischen Sinn, da es sich hier um ein reines SEO-Thema handelt. Hierbei geht es schlicht darum, dass die Linkpower nicht auf unwichtige Seiten gelenkt werden soll. Links die man für Google “entwertet“, reduzieren somit für Google die Gesamtanzahl an Links auf einer Seite. Und damit erhalten die wichtigen Links ein höheres Gewicht. Eine gute Erklärung hierzu findet man auch bei Sistrix.
Es gibt einige Linkziele, die jeder Websiteanbieter anlinken sollte, die aber nicht wirklich entscheidend für den Geschäftserfolg sind. Beispiele sind hier Links auf das Impressum, die Erklärung zum Daten- und/oder Jugendschutz, zur Anmeldung oder zum Warenkorb. Eine Entwertung dieser Links kann meist global im Template vorgenommen werden, was den realen Zeit- und Kostenaufwand gering hält.
Ich habe mir deswegen die Startseiten von populären deutschen Websites (bzw. deutsche Versionen amerikanischer Anbieter) angesehen und geprüft, wie verbreitet der Einsatz von nofollow-Links in der Praxis bereits ist. Um meinen Aufwand gering zu halten, habe ich hierzu das Tool seoquake genutzt. SEOQuake listet alle Links einer Website getrennt nach internen und externen Links auf und gibt hierzu auch an, wie viele davon mit dem Attribut rel=nofollow für Google entwertet wurden. Hierbei wird ein Link der auf seine Subdomain zeigt ebenfalls als extern gewertet.
Ich habe bei meiner Analyse zwischen Portalen (beinhaltet Portale und große Newssites), Shoppingportalen und Preisvergleichsseiten unterschieden. Nachfolgend die tabellarische Aufstellung der Ergebnisse für die Portale:
|
Website
|
Interne
Links
|
davon
noFollow
|
Externe
Links
|
davon
noFollow
|
Summe
Links
|
Summe
noFollow
|
| aol |
32
|
|
60
|
|
92
|
0
|
| ard |
70
|
|
13
|
|
83
|
0
|
| bild |
178
|
|
8
|
|
186
|
0
|
| freenet |
56
|
|
66
|
|
122
|
0
|
| gmx |
2
|
|
147
|
|
149
|
0
|
| lycos |
135
|
|
35
|
|
170
|
0
|
|
meine stadt
|
126
|
35
|
31
|
21
|
157
|
56
|
| msn |
1
|
|
160
|
|
161
|
0
|
| rtl |
56
|
|
34
|
|
90
|
0
|
| spiegel |
258
|
|
122
|
|
380
|
0
|
| web.de |
3
|
|
160
|
|
163
|
0
|
| yahoo |
142
|
|
14
|
|
156
|
0
|
| zdf |
83
|
|
11
|
|
94
|
0
|
|
Durchschnitt
|
88
|
3
|
66
|
2
|
154
|
4
|
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